Badenliga Damen und Herren: Nach Auswärtsniederlagen eine starke Heimvorstellung beider Teams

Das Damenteam startete in Freiburg-Schönberg in die neue Saison. Am Donnerstagabend ereilte die Villinger Verantwortlichen die Nachricht, dass sich die an Nummer 3 geplante Schweizerin Nadine Keller verletzt hat. Gina Betzner stand als Back-up nicht zur Verfügung und so sprang die 16-jährige Nicole Zurbriggen ein, die als Nummer 1 der zweiten Mannschaft geplant war. Das Team war also vollständig, bei großer Hitze im Breisgau ging es pünktlich los. Verena Schmid, Steffi Vorih und Franzi Putschbach starteten in die Matches. Nach einer knappen Stunde wurde Coach Jürgen Müller schon etwas unruhig. 1:6 bei Schmid gegen die stark aufspielende Französin Decker, 2:6 bei Steffi Vorih gegen Jana Knoppe und 2:6 bei Franzi Putschbach gegen die junge Angelina Da Silva Guggenbühler, gegen die sie schon vor 3 Wochen bei einem Turnier verloren hatte. Dass im Tennis vieles möglich ist, war dann wieder im weiteren Spielverlauf zu sehen. Verena Schmid, erst vor wenigen Tagen aus dem College aus Miami eingeflogen, war zunächst noch nicht im Sandplatz-Modus, da im College auf Hardcourt gespielt wird. Aber sie kämpfte wie immer und zwang die Französin in den Matchtiebreak, den sie glatt für sich entscheiden konnte. Auch Franzi Putschbach besann sich ihrer Kämpferqualitäten und siegte ebenfalls im Matchtiebreak. Nun blieb noch Steffi Vorih. Der ehemaligen Bundesligaspielerin merkte man die fehlende Matchpraxis von fast 1,5 Jahren nach ihrer Knieverletzung an. Bei 2:6 0:5 war das Match fast schon entschieden, doch auch sie fand immer besser ins Spiel und hatte noch die Chance zum 5:5 Ausgleich. Doch dies gelang dann leider nicht, so stand es 2:1 aus Villinger Sicht. In der zweiten Runde machte Spitzenspielerin Chiara Grimm kurzen Prozess mit der US-Spielerin Linares. Pia Schwarz erwischte nicht ihren besten Tag und unterlag der starken Veronika Zatekova. Nun schlug fast die Stunde der jungen Nicole Zurbriggen. Nach verlorenem erstem Satz kämpfte sie sich gegen Magdalena Kaminski in den Matchtiebreak, unterlag dort aber denkbar knapp mit 8:10. Mit 3:3 ging es in die Doppel. Im ersten Doppel spielten Schmid/Schwarz stark auf und siegten in zwei Sätzen. Das dritte Doppel Zurbriggen/Putschbach fand erst im zweiten Satz ins Match, da war es dann aber zu spät. Grimm/Vorih hatten es dann in der Hand. Sie dominierten das Spiel zunächst, verloren etwas den Faden und unterlagen im Matchtiebreak. Da im Badischen Tennisverband ab dieser Saison nach dem Schweizer Modell gespielt wird, gibt es keine Punkte mehr für Siege. In die Tabelle gehen nur die 4 gewonnenen Matchpunkte und die 5 verlorenen ein. Die Freude an einem knappen Sieg wird einem zwar etwas genommen, im Gegenzug ist eine so knappe Niederlage etwas erträglicher. Ähnliches konnte man von der Herrenmannschaft von ihrem ersten Spiel in Markdorf berichten. Die Seehasen traten mit einer starken Mannschaft an, auf den Spitzenpositionen mit den beiden Schweizer Ex-Profis Roshardt und Sadecky an. Dominik Adelhardt hatte gleich zu Saisonbeginn wieder ein extrem enges Match gegen Noah Rockstroh, dass er mit 2:6 6:0 10:7 nach großem Kampf für sich entscheiden konnte. Andy Dryzga unterlag auf Position 2 der ehemaligen Nummer 300 der Welt Sadecky und Jakob Bucher in seinem ersten Badenliga-Einsatz dem starken Deutsch-Schweizer Meinecke. In der zweiten Runde unterlag Denis Kapric gegen Christian Haupt und Thomas Hipp sorgte mit einem glatten Zweisatz -Sieg gegen Brzizic für einen weiteren Villinger Punkt. In seinem ersten Einsatz für die Blau Weißen sorgte der Japaner Hiro Ehara gleich für einen Sieg. Der Matchtiebreak musste die Entscheidung bringen. Mit 10:5 ging dieser an Villingens neue Nummer 1. 3:3 nach den Einzeln. Allerdings konnten lediglich Adelhardt -Hipp für einen Sieg sorgen, Ehara -Drzyga und Bucher-Kapric unterlagen, so dass es am Ende auch 4:5 hieß.

Gleich zwei Doppel verloren, das war man bei den sonst so doppelstarken Villingern nicht gewohnt. Es waren aber auch einige neue Spieler zu integrieren, so dass die Abstimmung noch nicht optimal war. Dies vorweg, es sollte am darauffolgenden Tag beim Heimspiel gegen den TC Durlach besser werden. Es war noch etwas heißer wie am Vortag und die drei Tennistrainer im Team begannen die Matches. Dominik Adelhardt machte kurzen Prozess mit Jason Gerweck. Was dann folgte, war nichts für schwache Nerven. Andy Drzyzga, auf der Bank unterstützt von seinem Trainerkollegen Tommy Messmer, hatte im ersten Satz gegen den stark spielenden Rumänen Botezan mit 4:6 das Nachsehen, angefeuert von den Zuschauern wurde er immer stärker gewann den Tiebreak im zweiten Satz und dann noch den darauffolgenden Matchtiebreak mit 10:4. Ähnlich lief es bei Thomas Hipp. Gegen den sehr unangenehm spielenden Thomas Randel verlor er 5:7, bekam dann ebenfalls Coachingunterstützung durch Jürgen Müller. Der zweite Satz lief rund 6:1 für den US-Collegetrainer. Der auf hohem Niveau geführte Matchtiebreak ging denkbar knapp mit 11:9 an Thomas Hipp. In der zweiten Runde hatte der Ex-Schwenninger Patrick Müller seinen Einstand im Villinger Badenligateam. Der erste Satz ging mit 4:6 verloren, im zweiten führte er bereits mit 4:1, brachte aber den Satz nicht heim und verlor diesen ebenfalls mit 4:6. Auf dem Centrecourt spielte dann Villingens wieselflinker Japaner Ehara gegen den Rumänen Luncanu. Es war ein tolles Match, aber was Ehara auch machte, Luncanu hatte die bessere Antwort. 2:6 2:6 ging das Match an den Durlacher Spitzenspieler. Denis Kapric hatte es auf Position 3 mit Christian Braus zu tun. Der erste Satz ging glatt weg, doch dann kam Kapric immer besser ins Spiel und konnte seine starke Vorhand gekonnt einsetzen. Er holte den zweiten Satz mit 7:6 und ging in den Matchtiebreak, wo er gleich zu Beginn Krämpfe bekam. Trotzdem konnte er sich noch Matchbälle erspielen, am Ende ging dieser Entscheidungssatz mit 13:11 an den Durlacher. 3:3 nach den Einzeln also und das Team der Blau Weißen war gewillt, es dieses Mal in den Doppeln besser zu machen. Man klüngelte eine neue Doppelaufstellung aus. Hipp-Drzyzga im ersten, Ehara und der ins Team gekommene Jacob Bucher im zweiten und Adelhardt-Kapric im dritten Doppel. Und es lief von Beginn an. Alle Doppel spielten stark auf und konnten den ersten Satz für sich entscheiden. Hipp-Drzyzga machten als erste den Sack zu. Ehara -Bucher lieferten im zweiten Doppel gegen Luncanu und der extra ins Team genommene Doppelspezialist Bernhard Parun ein Glanzpartie und gewannen sensationell hoch 6:2 6:3. Adelhardt-Kapric, die gut harmonierten war es dann vorbehalten, mit einem 6:2 7:6 auch den dritten Doppelpunkt einzufahren, wohlgemerkt gegen ein Team ,gegen das in der Badenliga in den letzten Jahren nie gewonnen werden konnte.

Auch die Damen wollten nach ihrem 4:5 in Freiburg einen Sieg einfahren. Für die verletzte Nadine Keller ging Nina Stadler auf Position 1 an den Start, alle anderen rückten noch hinten und Nicole Zurbriggen ging wieder in die 2.Damenmannschaft. In der ersten Runde siegte Verena Schmid hoch, Franzi Putschbach musste nach gutem Beginn gegen die immer stärker werdende Carmen Smolka eine Niederlage einstecken. Spannend machte es Chiara Grimm auf Nummer 2. Nach gewonnenen ersten Satz hatte sie einen Durchhänger, fing sich aber im Matchtiebreak wieder und holte gegen Nina Lalovic die wichtige 2:1 Führung. In der zweiten Runde siegte die im Vergleich zum Vortag deutlich verbesserte Pia Schwarz im Eildurchgang 6:1 6:0. Steffi Vorih gegen Julia Teufel und Nina Stadler gegen die Ettlinger Spitzenspielerin Horackova machten es dann spannend. Beide Partien gingen in den Matchtiebreak. Steffi Vorih hatte leider mit 3:10 das Nachsehen, Nina Stadler gewann dafür hauchdünn mit 10:8. Zwischenbilanz 4:2 nach den Einzeln. Man wollte bei der Doppelaufstellung auf Nummer sicher gehen und nahm Stadler -Grimm ins erste Doppel. Diese lösten ihre Aufgabe mit 6:1 6:0 locker. Schmid-Schwarz sah man auch zunächst auf der Siegerstraße, doch Harackova-Smolka nahmen immer mehr an Fahrt auf. Der entscheidende Matchtiebreak ging etwas glücklich an das Ettlinger Doppel. Dagegen waren Vorih-Putschbach eigentlich schon beim Duschen. Gegen Lalovic, Teufel lagen sie hoffnungslos 1:6 0:5 zurück, gaben aber nie auf und gewannen 7 Spiele in Folge. Der Matchtiebreak ging dann allerdings mit 10:6 an die Mädels aus Ettlingen. Trotzdem ein 5:4 Sieg, der natürlich guttut. Für Coach Jürgen Müller war dieser Saisonauftakt mit jeweils einem Sieg und einer Niederlage für beide Teams voll in Ordnung. „Ich denke, was wir heute gesehen haben, wird es im weiteren Verlauf sowohl bei den Damen als auch beim Herrenteam geben. Knappe Matches sind in dieser starken Badenliga durchweg an der Tagesordnung, der eine oder andere Matchtiebreak wird wohl immer eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung geben. Der heutige Spieltag mit den Damen und Herren auf der Anlage war auf alle Fälle eine tolle Werbung für den Tennissport und macht Lust auf mehr.“

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