Herren Badenliga: Eine Niederlage, die sich wie ein Sieg anfühlt

 Am Sonntag war auf der Villinger Klosterhalde der TC Wolfsberg-Pforzheim 2 zu Gast. Da bekanntlich deren erste Mannschaft in der 2.Bundesliga spielt, gibt es einen entsprechenden großen und spielstarken Kader. Die Pforzheimer Verantwortlichen beorderten ausgerechnet zu diesem Spieltag mit Tim Rühl und Alexander Flock zwei Spieler aus der Bundesligamannschaft in das Team der zweiten Mannschaft. Lange Gesichter bei der Villinger Mannschaft, die an sich schon sehr gute und ausgeglichene Mannschaft war nun eine Hürde, die eigentlich nicht zu schaffen war. Im Villinger Team stand Patrick Müller wegen Prüfungen nicht zur Verfügung, Dominik Adelhardt wurde an die Herren 30 abgegeben, die am letzten Spieltag mit dieser Verstärkung auch Badischer Mannschaftsmeister wurde. Dafür wurde erstmals Dominik Suc an Nummer 2 ins Team genommen. Er hatte es dann gleich mit dem Ex-Villinger Tim Rühl zu tun. Allein der erste Satz dauerte über 1,5 Stunden, am Ende musste er mit 6:7 2:6 den Sieg dem Pforzheimer Kontrahenten überlassen. Denis Kapric spielte auf Nummer 4 gegen den Ex-Profi Andre Wiesler, ehemals Nummer 600 der Welt. Dieser spielte enorm druckvoll und bezwang Kapric, der sich mit allem wehrte was er hatte, trotzdem in zwei Sätzen. Ähnlich ging es Jacob Bucher auf Position 6. Er brachte eine gute Leistung, unterlag aber ebenfalls in 2 Sätzen. 0:3 nach der ersten Runde, Coach Jürgen Müller schwante Böses. In der zweiten Runde hatte es Andy Drzyzga mit Alexander Flock zu tun, der in seiner aktiven Profi Zeit auf Nummer 200 der ATP-Weltrangliste stand. Hier das gleiche Bild. Egal was der Villinger Tennistrainer anstellte, Flock hatte die bessere Antwort. 0:4, es bahnte sich ein Debakel an. Doch dann schlug die Stunde von Hiro Ehara und Thomas Hipp. Der Japaner in Diensten der Blau Weißen spielte gegen den starken Luis Erlenbusch, der aktuell für dieselbe College Mannschaft in New Orleans aufläuft, wie früher Dominik Koepfer. Es war ein begeisterndes Match, das folgerichtig in den Matchtiebreak ging. Ehara leistete sich drei Doppelfehler, trotzdem erkämpfte er den ersten Matchball. Erlenbusch wehrte ab und hatte dann seinerseits Matchball. Nach einem unglaublichen Ballwechsel hatte der Pforzheimer den Sieg praktisch in der Tasche, doch Ehara wehrte mit einem Weltklasse Passierball ab. So ging es hin und her, am Ende streckte der Japaner überglücklich die Arme in die Höhe. 15:13 ging dieses Match an die Villinger Nummer 1. Ähnlich lief es bei Thomas Hipp. Gegen Tobias Klein, gegen den er schon vor über 25 Jahren an der Klosterhalde antrat und damals verlor unterlag er im ersten Satz 1:6. Das Duell der beiden Tennistrainer nahm an Fahrt auf, endete ebenfalls im Matchtiebreak, das Thomas Hipp unter dem Jubel der Zuschauer mit einem Rückhand Volley zum 11:9 für sich entscheiden konnte. Zwei glückliche Siege, der mögliche 0:6 Zwischenstand wurde somit vermieden. In den Doppeln gingen die Villinger keine Experimente ein. Nach der starken Performance vor einer Woche vertraute man der eigenen Stärke und wollte noch zusätzliche Punkte einfahren. So schickte man Ehara-Suc, Drzyzga-Kapric und Hipp- Bucher ins Rennen. Die Pforzheimer machten hingegen vor allem ihr zweites und drittes Doppel stark. Dies bekamen vor allem Andy Drzyzga und Denis Kapric zu spüren. Gegen Wiesler-Rühl hatten sie kaum Zugriff auf das Match und unterlagen 2:6 4:6. Das erste Doppel Ehara -Suc brauchte etwas Anlaufzeit, steigerte sich dann und siegte 2:6 6:2 10:3. Um jeden Punkt gefightet wurde dann im dritten Doppel. Der erfahrene College Coach Thomas Hipp und der junge Jacob Bucher gewannen gegen Flock-Sell mit 7:5, der zweite Satz ging allerdings an die Goldstädter. Im Matchtiebreak lieferten sich beide Doppelteams einen harten Schlagabtausch, der Sieg ging an die Villinger. Große Freude im Blau Weiß Lager, die 4:5 Niederlage wurde fast wie ein Sieg bejubelt, so auch die Analyse von Coach Jürgen Müller:“ Toll wie das Team gegen den schon fast übermächtigen Gegner gekämpft hat. 4 Matchtiebreaks, alle 4 gewonnen, da war das Glück schon auf unserer Seite, da wollen wir gar keinen Hehl daraus machen. Es wird auch wieder Tage gegen, wo der Tennisgott nicht auf unserer Seite sein wird. Aber heute genießen wird trotzdem diesen aus unserer Sicht gelungenen Spieltag.“

 

Foto: Thomas Hipp, der Chefcoach des Flagler College in St. Augustine in Florida war „Man of the day“

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