Badenliga Herren: Sieg in Markdorf war nichts für schwache Nerven

Einen Sieg am Wochenende hatte Coach Jürgen Müller als Marschroute ausgegeben, er sollte Recht behalten, wenn auch der Weg zum ersehnten Sieg nervenaufreibend war. Eigentlich rechnete man sich im Heimspiel am Samstag gegen Durlach etwas mehr Chancen aus. Doch so richtig kam man nicht aus den Startlöchern. Justin Schlageter hatte gegen den Rumänen Botezan wenig zu bestellen. Michael Heppler erwischte einen gebrauchten Tag, lediglich Jiri Vencl sorgte für einen Sieg. Dominik Adelhardt machte es ihm nach, doch der dringend notwendige dritte Punkt wollte nicht gelingen. Fabian Heinrich verlor in zwei Sätzen und Dominik Suc war wieder einmal im Matchtiebreak gegen den starken Spitzenspieler der Durlacher der Unglücklichere. Mit 10:7 ging die Entscheidung an den Rumänen Luncanu. Nun war im Doppel die richtige Mischung gefragt, aus Durlach reiste zusätzlich Bernhard Parun an, um sein Team zu verstärken. Somit rückte für die Blau Weissen die Wahrscheinlichkeit, drei Doppel zu gewinnen, in weitere Ferne. Und so kam es dann auch. Nur Vencl-Suc siegten. Im zweiten Doppel sorgten die Durlacher Luncanu-Parun für klare Verhältnisse und im dritten Doppel verpassten Heppler-Schlageter im Matchtiebreak ein besseres Endergebnis.
Mit etwas Frust reiste man dann nach Markdorf, auf Position sechs spielte Stefan Hauser für Michael Heppler. Markdorf war neu in der Badenliga, als Bezirksnachbar allerdings bestens bekannt. Villingens Spieler hatten zunächst wenig Zeit, den spektakulären Blick von der Markdorfer Anlage auf den Bodensee und die Alpen zu genießen. Man richtete sein Augenmerk auf das Einschlagen des als stark eingeschätzten Teams vom See. Man begann wie immer mit den Positionen 2-4-6. Auf Villinger Seite Schlageter-Vencl-Hauser. Und auch hier schien es wie am Vortag den Villinger Start zu verhageln. Stefan Hauser war gegen den jungen Jeffrey von der Schulenburg ohne Chance, Jiri Vencl begann gegen dessen Bruder Henry nur äußerst mäßig und lag schnell mit einem Satz zurück. Und auch Youngster Justin Schlageter wurde zunächst von seinem Gegner Noah Rockstroh dominiert. Doch bei beiden Villinger Spielern hatten man plötzlich das Gefühl, dass sie endlich den Gashebel gefunden hatten. Sowohl Vencl als auch Schlageter drehten ihr Spiel und brachten mit einer wichtigen 2:1 Führung etwas Ruhe in das leicht nervöse Villinger Team. In der zweiten Runde traten Suc-Heinrich-Adelhardt an. Fabian Heinrich trat gegen den Schweizer Mathieu Guenat an, der in seiner aktiven Zeit sowohl im Einzel als auch im Doppel um die 500 in der Weltrangliste stand. Ein schwerer Brocken also, Fabian Heinrich zog sich sehr achtbar aus der Affäre, doch am Ende hieß es 3:6 2:6 für den Eidgenossen. Dominik Adelhardt Gegner Jonas Meinecke zeigte gleich zu Beginn, dass er die Punkte nach Markdorf holen wollte. Schon das zweite Spiel ging sieben Mal über Einstand. Doch das „Schlachtross“ im Blau Weiß Team war extrem fokussiert und holte mit einem 6:3 7:5 einen wichtigen Zähler auf die Habenseite der Villinger. Dominik Suc spielte auf der Spitzenposition gegen den bärenstarken Alexander Sadecky eine tadellose Partie und zwang seinen Gegner immer wieder an die Grenze. Nach verlorenen ersten Satz gelingt Suc der Satzausgleich. Sollte dieser eigentlich nicht eingeplante Punkt die Vorentscheidung für Villingen bringen? Doch zum zweiten Male an diesem Wochenende unterlag Dominik Suc im Matchtiebreak. Nach den Einzeln also 3:3, das übliche Spiel um die vermeintlich optimale Doppelaufstellung begann. Schon relativ schnell war es Coach Jürgen Müller klar, dass die Gesamtpartie im dritten Doppel zwischen Adelhardt-Heinrich und Guenat-Meinecke entschieden werden sollte. Dort nahm er dann auch auf der Coach-Bank Platz, sah aber dass die anderen Doppel auch erst einmal gespielt werden mussten. Im als sicheren Punkt geplanten ersten Doppel mussten Suc-Vencl gegen die jungen von der Schulenburg und Rockstroh erst zwei Satzbälle abwehren, bevor sie Durchgang eins gewannen. Auch Schlageter-Hauser wehrten sich gegen den Schweizer Doppelmeister Sadecky und Rebholz nach Kräften, verloren aber den ersten Satz. Derweil brachten Heinrich-Adelhardt mit einem 6:3 das Blau-Weiß Schiff auf Kurs. Doch so ganz einfach wollte es der Drehbuchautor des heutigen Tages dann doch nicht. Sieg in Doppel eins, Niederlage in Doppel zwei, im dritten Doppel dominierten plötzlich Guenat-Meinecke nach Belieben. Natürlich musste so ein Tennistag im letzten Doppel im Matchtiebreak entschieden werden. Beim Stand von 2:1 für die Markdorfer hatte Dominik Adelhardt Aufschlag. Beide Punkte wurden durch sehr unglückliche Umstände verloren- 1:4. Die Markdorfer zogen auf 4:7 davon, unterstützt vom famos mitgehenden Publikum, die sich nur wenige Augenblicke vom Siegesschrei entfernt wähnten. Doch die beiden Blau Weiß Spieler waren voll da, glichen zum 7:7 aus und gingen sogar mit 8:7 in Führung. Dann ein langer Ballwechsel, der Ball geht an die Netzkante und plumpst unerreichbar ins Villinger Feld. Sollte der Tennisgott an diesem Tage doch ein Seehase sein? Im nächsten Ballwechsel dann einer der wenigen Fehler des Schweizers Guenat. Matchball für Villingen. Nach einem fantastischen Return von Fabian Heinrich kam Guenat in Schwierigkeiten, Dominik Adelhardt konnte den Volley setzen und wiederum Guenat zog den nächsten Ball nur wenige Zentimeter ins Aus. Riesenjubel auf der Seite der Blau Weißen, verständliche Niedergeschlagenheit auf der anderen Seite. Kommentar von Coach Jürgen Müller : „ Tennis kann so brutal sein“ und zeigte bei aller Freude auch Mitgefühl für die unterlegenen Spieler aus Markdorf. Mit diesem weiteren Sieg hat man sich vor den beiden Heimspielen am kommenden Wochenende viel Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschafft.

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